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Die Adler-Apotheke nach dem Umbau 1909
Die Geschichte der Adler Apotheke Leipzig
Die Apotheke befindet sich seit nunmehr dreihundert Jahren am gleichen Platz und war seitdem nur im Besitz von sieben Familien, wenn man den vergleichsweise kurzen staatlichen Besitz in der DDR einmal ausklammert.
Wahrscheinlich gab es schon seit 1705 Apothekenbetrieb im Haus, 1709 wurde dem Apotheker Nicolaus Jerre nach langen Bemühungen das Privileg des Landesherren, August II. Kurfürst von Sachsen und König von Polen (August der Starke) erteilt, die „Apotheke zum Weißen Adler“ zu betreiben. Bis dahin bestanden in Leipzig drei andere Apotheken (Löwen, Engel und Salomon) und es sollte keine vierte hinzukommen. 1735 erhielt die Apotheke das Privileg, den Titel „Hofapotheke“ zu führen. Diesen Titel führte sie bis 1920.
Warum Adler, weißer Adler? Möglicherweise hatte es zum einen den einfachen Grund, dass es in dem Gebäude im Jahrhundert vorher einen „Gasthof zum Blauen Adler“ gab. Zum anderen ist der Weiße Adler das Wappen des polnischen Königshauses und Symbol der Kraft und Stärke und für ewige Jugend. Das alte Hauszeichen, ein Adler, befindet sich noch über der Tür zum Treppenhaus.
Vorn schmückt das Haus jetzt ein stolzer Adler, der es förmlich trägt.
1841/42 hatte die Apotheke für ein Jahr einen Apotheker, von dem die Kollegen noch nicht wissen konnten, dass er einmal durch sein Schreiben berühmt würde: Theodor Fontane reiste aus Berlin in das viel weltstädtischere Leipzig zur Ausbildung zum Apotheker und begann dann hier seine Dichterlaufbahn. In seiner Autobiographie „Von zwanzig bis dreißig“ beschreibt er eindrucksvoll seine Zeit in Leipzig und in der Adler Apotheke.
1908/09, zum 200jährigen Jubiläum, erbaute der Ururgroßvater der jetzigen Inhaberin Richard Lux an gleicher Stelle ein neues Haus, weil das alte baufällig geworden war. Von damals stammt auch die heute gut erhaltene Jugendstileinrichtung. Sie wurde 1979 unter Verwendung vorhandenen Materials erweitert, um die Offizin zu vergrößern. Einrichtung sowie das ganze Haus stehen unter Denkmalschutz. Richard Lux starb schon zwei Jahre nach dem Hausbau und der Wiedereröffnung. Glücklicherweise war sein Sohn Max aber schon auf dem Weg zum Apothekerberuf und konnte die Apotheke übernehmen. Er führte sie wie schon sein Vater als leidenschaftlicher Apotheker und Geschäftsmann. Es existieren noch zahlreiche Dokumente über die interessanten Rezepturen aus dieser Zeit in der Apotheke.
Das Haus blieb auch im zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt. Glücklicherweise gab es auch weiterhin Nachfolger in der Familie. Apotheker Ralf Bethmann, der noch bei seinem Großvater Max Lux vor der Verstaatlichung gearbeitet hatte, erhielt 1990 die Apotheke wieder in Privatbesitz und führte sie bis 2006. Im September 2006 übernahm seine Tochter Antje Bethmann die Adler Apotheke.
Ihre Apothekerin Antje Bethmann