Theodor Fontane
Nachdem Theodor Fontane (1819–1898) 1839 in Berlin seine Gehilfenprüfung abgelegt hatte, setzte er seine Ausbildung 1841/1842 in Leipzig beim Prinzipal Neubert fort, dem die Adler Apotheke damals gehörte. In seinem Roman »Von zwanzig bis dreißig« beschreibt er die Zeit in Leipzig und in der Apotheke.
»Das Neubertsche Haus lag in der Hainstraße, so daß ich, um dorthin zu gelangen, den echtesten und schönsten Teil von Leipzig, die Grimmasche Gasse und den Rathausplatz, zu passieren hatte. (...) Ich war ganz benommen und möchte behaupten, dass, soweit Architektur und Stadtbild in Betracht kommen, nichts wieder in meinem Leben einen so großen, ja komisch zu sagen, einen so berauschenden Eindruck auf mich gemacht hat wie dieser in seiner Kunstbedeutung doch nur mäßig einzuschätzende Weg vom Post- und Universitätsplatz bis in die Hainstraße. Die Sache findet ihre Erklärung darin, dass ich, außer einer Zahl märkischer und pommerscher Nester, in denen ich meine Kinderjahre verbracht hatte, bis zu jener Stunde nichts von der Welt kannte wie unser gutes Berlin, das mir von allen echten Berlinern immer als der Inbegriff städtischer Schönheit geschildert worden war. Und nun! Welch ein Zusammenbruch. (...)«
Effi Briest
Fontanes Effi Briest ist sicher die bekannteste Romanfigur Theodor Fontanes. Die junge Frau, die neunundzwanzigjährig, aber schwach und kränklich im Haus ihrer Eltern stirbt, nachdem ihr Liebhaber von ihrem Ehemann im Duell erschossen wurde, hatte ein lebendes Vorbild: Elisabeth von Ardenne.
Diese „wahre Effi“ – Fontane hatte sie selbst kennengelernt – wurde aber fast 99 Jahre. Sie war nach dem Tod ihres Geliebten von der Familie Ardenne verstoßen worden, durfte ihre Kinder Margot und Egmont zwanzig Jahre nicht sehen, bewies aber mehr Stärke als Effi und wurde Krankenschwester. Glücklicherweise stellte sie die Verbindung zu ihren Kindern wieder her und lernte so auch später ihren Enkel, den berühmten Physiker Manfred von Ardenne kennen. Sogar ihre Liebesbriefe, die ihr aus der Zeit mit Emil Hartwich geblieben waren, bekam ihr Enkel zu sehen. 1952 starb sie fast 99jährig in Lindau am Bodensee.